Heym-Förderpreise 2026: Bewerbungen bis 15. September

Stefan Heyms Geburtsstadt Chemnitz fördert Projektideen, die sich in besonderer Weise mit seinem Leben, Werk und Wirken oder im Sinne Heyms mit Literatur, Politik, Geschichte und Zeitgeschehen auseinandersetzen. Insgesamt können Förderpreise im Gesamtwert von 20.000 Euro vergeben werden. Die Gesamtsumme wird unter mehreren Preisträgerinnen und Preisträgern aufgeteilt, sodass die ausgewählten Projekte mit einem anteiligen Preisgeld ausgezeichnet werden. Projektideen können noch bis 15. September 2026 online eingereicht werden.

Ob Podcast, Ausstellung, Social-Media-Projekt, Theaterstück oder Forschungsarbeit – alles ist möglich. Über die Vergabe des anteiligen Preisgeldes entscheidet das Kuratorium des Internationalen Stefan-Heym-Preises der Stadt Chemnitz. Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler, Schulklassen, Studierende, (Nachwuchs-)Autorinnen und -Autoren, Akteure aus Musik, Publizistik, Musik, Politik; Einzelpersonen ebenso wie Vereine, private und öffentliche Einrichtungen.

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Preisträgerlesung Stefan-Heym-Wettbewerb 2026

Der Stefan-Heym-Wettbewerb für junge Literatur ist ein Schülerwettbewerb. Er wurde initiiert vom Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium in Chemnitz, der ehemaligen Schule von Stefan Heym. Diesen Wettbewerb gibt es seit 2006 und er wird unterstützt von der Stadt Chemnitz, dem Bürgerverein Für Chemnitz und der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft. Schüler und Schülerinnen verschiedener Schulen haben ihre Texte eingereicht, eine Jury hat sie bewertet und im Juni wurden die Preisträger gekürt und ausgezeichnet. Die Texte, von den Preisträgern selbst gelesen, sollen nun einem breiten Publikum bekannt gemacht werden.

Termin: Dienstag, 15. September, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Chemnitz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt frei.

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Gedicht mit Folgen: 95 Jahre „Exportgeschäft“

Vor 95 Jahren, im September 1931, druckte die sozialdemokratische Zeitung „Volksstimme“ in Chemnitz das Gedicht „Exportgeschäft“ des 18-jährigen Gymnasiasten Helmut Flieg (Foto). Es kritisiert den Einsatz deutscher Militärberater, die Truppen im Ausland im Verwenden von Giftgas ausbilden. Auf Betreiben örtlicher Nationalsozialisten setze nach dem Abdruck des Gedichts eine öffentliche Hetze gegen den Verfasser ein. Sie zwingt ihn binnen weniger Wochen, seine Heimatstadt zu verlassen. Anderthalb Jahre später muss er als einer der ersten und jüngsten Autoren vor den Nazis aus Deutschland fliehen. In der Emigration wird aus dem jungen Dichter Helmut Flieg im Laufe der Jahre der Schriftsteller und Publizist Stefan Heym.

In seinem Memoirenband „Nachruf“ schildert Heym die Vorgänge vom Herbst 1931 und deren Folgen für sein weiteres Leben ausführlich. Das Buch ist zuletzt im Penguin Verlag erschienen und liegt auch als E-Book vor.

Eine Auswahl seiner frühen Gedichte bietet der 2013 bei C. Bertelsmann veröffentlichte Band „Ich aber ging über die Grenze“.

Eine ausführliche Untersuchung zum Thema findet sich in „Der Jahrhundertzeuge. Geschichtsschreibung und Geschichtsentwürfe im Werk von Stefan Heym“, erschienen 2016 im Verlag Königshausen & Neumann in Würzburg.

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Klaus Mann und Stefan Heym: „Vertrieben nicht ohne Grund“

Klaus Mann. Foto: U.S. Army/CC BY-SA 4.0

Klaus Mann und Stefan Heym: Zwei Schriftsteller, die Deutschland 1933 verlassen mussten und 1944/45 mit der U.S. Army wiederkehrten, die beide für antifaschistische Zeitungen in den USA geschrieben haben und die während des Krieges für Flugblätter und Zeitungen verantwortlich waren. Sie sind sich nie begegnet, obwohl es eine journalistische Zusammenarbeit gab. Gemeinsam mit der Klaus-Mann-Initiative Berlin untersucht die Veranstaltung die Lebenswege der beiden, die sich hätten kreuzen können, auch wenn beider literarischer Beginn unterschiedlicher nicht hätte sein können.

Termin: Donnerstag, 24. September, 19 Uhr, Stefan-Heym-Forum im Kulturzentrum Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz. Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

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HeymTour: Per App auf den Spuren Stefan Heyms

 

 

 

 

 

 

 

Mit der mobilen App „HeymTour“ steht erstmals ein Guide für Smartphones zur Verfügung, mit dem sich bedeutende Orte mit Bezug zu Leben und Werk des Schriftstellers Stefan Heym individuell erkunden lassen. Den Auftakt bildet Chemnitz, die Stadt, in der Heym geboren wurde, in der er aufwuchs und deren Atmosphäre ihn geprägt hat.

Vom Standort des Geburtshauses auf dem Kaßberg bis zum Stefan-Heym-Forum im Tietz,
vom einstigen Staatsgymnasium bis zum früheren Verlagskomplex der Tageszeitung „Volksstimme“ an der Dresdner Straße laden 13 Stationen zu individuellen Touren ein. Die Informationen zu den jeweiligen Orten sind als Text in deutscher und englischer Sprache verfügbar (auf Deutsch auch zum Anhören). Zeitgenössische und aktuelle Fotografien sowie eine Karte runden das Angebot ab.

Petra Seedorff, Vorstandsvorsitzende der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft: „Wir freuen uns, im Jahr des 25. Todestages Stefan Heyms mit der App HeymTour einen neuen Zugang zu Stationen des Lebens und Wirkens von Stefan Heym zur Verfügung stellen zu können. Unser Ziel ist es, die App schrittweise um weitere Orte seiner Schaffensbiografie als Schriftsteller und Publizist im In- und Ausland zu erweitern.“

Die kostenfreie App HeymTour steht in Versionen für Android und iOS ab sofort in den jeweiligen AppStores zur Verfügung.

Inhaltlich erstellt wurde die App von der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft. Die technische Realisierung besorgte der Leipziger App-Creator Kuldig. Finanziell unterstützt wurde die Erstellung der App von der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten (ALG) und der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 gGmbH.

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Heym-Filmdoku jetzt auch auf DVD

Foto: B. Kunath/b-k-productions

„Abschied und Ankunft“, eine deutschlandweit in ausgewählten Kinos gezeigte Filmdokumentation über Stefan und Inge Heym und die Geschichte ihrer gemeinsamen Arbeitsbibliothek, ist jetzt auch als DVD erhältlich. Die Produktion der Filmemacherin Beate Kunath begleitet die Vorbereitungen auf den Umzug der umfangreichen Bibliothek aus Heyms Arbeitszimmer in Berlin-Grünau in das neu entstandene Stefan-Heym-Forum in seiner Geburtsstadt Chemnitz. Um zahlreiche Archivaufnahmen ergänzt, ist ein einfühlsames Doppelporträt entstanden, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

Als Bonus-Material sind auf einer zweiten DVD mehr als ein Dutzend Kurzinterviews mit Zeitzeugen enthalten, darunter mit seinem Schriftstellerkollegen Christoph Hein sowie dem früheren ARD-Korrespondenten in der DDR und WDR-Intendanten Fritz Pleitgen.

Kontakt: Die Doppel-DVD „Abschied und Ankunft“ kann bestellt werden unter der E-Mail-Adresse info [at] b-k-productions.de. Preis: 24 Euro (inkl. Mehrwertsteuer und Versandkosten). Nähere Informationen gibt es unter dem QR-Code bzw. hier.

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Heym-Doku „Abschied und Ankunft“ auf der Leinwand

Die Dokumentation „Abschied und Ankunft“ über Stefan und Inge Heym sowie ihre gemeinsame Arbeitsbibliothek ist auch 2026 wieder in Kinos zu sehen. Die 104-minütige Produktion von Beate Kunath dokumentiert die Vorbereitungen auf die Überführung der Bibliothek aus Heyms Arbeitszimmer in Berlin-Grünau in das in seiner Geburtsstadt Chemnitz neu entstandene Stefan-Heym-Forum. Dort werden die rund 2500 Bücher als Stefan-und-Inge-Heym-Arbeitsbibliothek im Originalmobiliar präsentiert und stehen der Forschung zur Verfügung. Ergänzt um zahlreiche Archivaufnahmen aus Auftritten und Interviews mit Stefan Heym ist mit dem Film ein einfühlsames Doppelporträt entstanden, das überraschende neue Einblicke in Heyms Leben und literarisches Schaffen bietet.

Nächste Termine:

  • Dienstag, 27. Oktober, 18 Uhr: Chemnitz, Stefan-Heym-Forum im Tietz (mit Führung)

* in Anwesenheit der Regisseurin

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Ausstellung beleuchtet Geschichte der Familie Flieg

Die Sonderausstellung ist noch bis Juli zu sehen.

„Threads – Verflechtungen“ heißt der Titel einer Sonderausstellung über ehemals in Chemnitz beheimatete jüdische Familien, die derzeit im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (Smac) zu sehen ist. Sie setzt ihre Biografien zueinander in Beziehung und entdeckt verlorene Geschichten neu.

Eine der gut zwei Dutzend Stationen ist der Familie von Stefan Flieg gewidmet, einem Cousin von Stefan Heym. Stefan Flieg wurde 1929 in Chemnitz geboren. Sein Vater Karl Flieg und Heyms Vater Daniel Flieg leiteten das Familienunternehmen B. Eisenberg & Sohn, ein Textilbetrieb. Ende 1939 emigrierte Stefan Flieg mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder Hans Günter (1923-2024) nach Brasilien. Dort lebt er bis heute.

Medienstation mit einem Film zur Geschichte der Familie Flieg.

Die Geschichte der Familie – von ihren Wurzeln in der heute zu Polen gehörenden Kleinstadt Schrimm bis zur Gegenwart – beleuchtet ein Kurzfilm, der auf einer Medienstation abgerufen werden kann. Auch Tonaufnahmen von Stefan und Hans Günter Flieg sind dort zu hören.

Die Ausstellung „Threads – Verflechtungen“ hat noch bis 2. August 2026 außer montags von 9 bis 17 Uhr (donnerstags bis 20 Uhr) geöffnet, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 4 Euro. Nähere Informationen unter www.smac.sachsen.de.

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Zum Jahreswechsel

Blick auf Schwarzenberg im Erzgebirge, Schauplatz eines Romans von Stefan Heym.

Die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Einen außergewöhnlichen Höhepunkt durften wir mit unserem mehrtägigen Beitrag zum offiziellen Programm der Kulturhauptstadt Europas 2025 in Stefan Heyms Geburtsstadt Chemnitz erleben. Drei Tage lang standen im September Leben und Werk Heyms im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen, darunter Lesungen, ein Konzert, eine Podiumsdiskussion mit Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow und Gästen aus dem europäischen Ausland. Der Lesemarathon „Chemnitz liest Heym“ mit rund drei Dutzend Veranstaltungen erreichte allein etwa 3000 Menschen, nicht zuletzt dank der Beteiligung mehrerer Schulen und Gymnasien. Viele Besucherinnen und Besucher kamen neu oder sogar erstmals mit Stefan Heyms Literatur und Publizistik in Berührung.

Im neuen Jahr 2026, in dem sich Stefan Heyms Todestag zum 25. Mal jährt, wollen wir gern daran anknüpfen. Mit einem erneut umfangreichen Programm im Stefan-Heym-Forum Chemnitz sowie mit besonderen Projekten und Initiativen. Im Frühjahr vergibt die Stadt Chemnitz zudem turnusgemäß ihren Internationalen Stefan-Heym-Preis. Auch Förderpreise für Projekte, die sich mit Leben und Werk Stefan Heyms auseinandersetzen, stehen in Aussicht. Nähere Details werden in Kürze vorgestellt.

Wir bedanken uns bei allen unseren Mitgliedern, Freunden und Unterstützern, wünschen angenehme Feiertage sowie alles Gute für das neue Jahr!

Mitglied werden und die Internationale Stefan-Heym-Gesellschaft unterstützen?
Wir freuen uns auf Sie! Nähere Infos hier.

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Zum 150. Geburtstag Thomas Manns

Titelseite des "Deutschen Volksecho", 17. April 1937.

Titelseite des „Deutschen Volksecho“, Ausgabe vom 17. April 1937.

„In meinem Elternhaus“, schrieb Stefan Heym 1965 in einem Beitrag für die Zeitschrift „Sinn und Form“, „war der Künstler eine Respektsperson, der Dichter gar, dessen Wort gedruckt, dessen Name auf einem Buchdeckel eingeprägt war, eine Art Hohepriester. Thomas Mann galt unter den Hohepriestern als der höchste…“

Während seiner Zeit in der Emigration in den USA Mitte der 1930er-Jahre gewann der junge Stefan Heym Thomas Mann neben vielen anderen prominenten Schriftstellern als Unterstützer der in New York erscheinenden antifaschistischen Wochenzeitung „Deutsches Volksecho“. Schon die erste Ausgabe des maßgeblich von Heym betreuten Blattes enthielt einen Text von Mann. Viele weitere über Deutschlands Zukunft folgten.

„Ich kann nur sagen“, so Thomas Mann damals in einem Schreiben an das „Deutsche Volksecho“, „dass ich nach allem, was Sie mir von dem Zweck und der Gesinnung der neuen deutsch-amerikanischen Zeitschrift mitteilen, diese Gründung aufrichtig begrüße und ihr bestes Gedeihen wünsche. Sehr gern ermächtige ich Sie auch, meinen Namen auf Ihre Mitarbeiterliste zu setzen.“

Als der Nobelpreisträger 1938 in die USA übersiedelte, interviewte ihn Heym noch vor der Ankunft an Bord des Atlantik-Dampfers „Ile de France“. „Welch ein Eindruck war das“, erinnerte Heym sich später in seiner Autobiografie „Nachruf“, „der Herr mit der Patriziermanier, der, kerzengerade, die breite Treppe vom Kabinendeck zum Speisesaal hinuntergeschritten kam, huldvoll grüßte, und sich dann tatsächlich herabließ, die Fragen des vor Ehrfurcht ganz heiseren jungen Mannes eine nach der anderen zu beantworten.“

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